Zum Inhalt springen

Was ist Breathwork?

Breathwork ist Atemarbeit, die gezielt messbare Prozesse in deinem Körper auslöst.

Conscious Connected Breathing

Der Atem führt dich an die Stellen, an die der Verstand dich nicht lässt.

Ich arbeite mit einem Ansatz, der nachvollziehbar und wissenschaftlich fundiert ist: Conscious Connected Breathing, kurz CCB. Eine spezifische Atemtechnik ohne Pause zwischen Ein- und Ausatmen, die gezielt messbare Prozesse in deinem Körper auslöst.

Durch die durchgehende Atmung verändert sich dein CO₂-Spiegel im Blut. Dadurch sinkt kurzzeitig die Durchblutung im präfrontalen Kortex — dem Bereich direkt hinter deiner Stirn, der für Bewertung, Kontrolle und rationales Denken zuständig ist.

Gleichzeitig zeigt aktuelle Forschung eine erhöhte Durchblutung in Amygdala und Hippocampus, den Regionen, die emotionale Erinnerungen verarbeiten und speichern. Genau das schafft Raum, um Gefühle zu fühlen, die sonst unterdrückt bleiben — oft die Basis für alte Verletzungen und belastende Emotionen.

Du bist die ganze Zeit wach. Du bekommst alles mit. Es fehlt nur die Instanz, die sofort alles wegsortiert.

CCB ersetzt keine Therapie. Viele Menschen nutzen es begleitend, weil es einen Zugang zu Gefühlen öffnet, den reines Nachdenken oft nicht schafft.

Was die Forschung sagt

Es handelt sich um angewandte Psychophysiologie.

2025 erschien im Journal of Affective Disorders die erste randomisiert-kontrollierte Studie speziell zu Conscious Connected Breathing. 107 Erwachsene wurden per Zufall zwei Gruppen zugeteilt: Die eine atmete sechs Wochen lang wöchentlich, die andere nicht. In der Atemgruppe sanken die Angstwerte deutlich, in der Vergleichsgruppe kaum. Die Effektstärke war groß.

Eine Meta-Analyse von 2023 in Scientific Reports zeigt für Atemarbeit allgemein dasselbe Bild: Über 12 kontrollierte Studien mit 785 Teilnehmenden hinweg sank der erlebte Stress messbar.

Und eine Bildgebungsstudie aus 2025 hat sichtbar gemacht, was dabei im Gehirn passiert: Während die Durchblutung insgesamt zurückgeht, steigt sie in Amygdala und Hippocampus — und zwar umso stärker, je intensiver das Erleben war.

Die Forschung zu CCB ist jung und sie wächst. Mir ist wichtig, dass du weißt, wo sie steht: erste belastbare Ergebnisse — und noch viel Raum für mehr.

Blake (2026), Journal of Affective Disorders 394:120565 · Fincham et al. (2023), Scientific Reports 13:432 · Havenith et al. (2025), PLOS One

Wie eine Session abläuft

01

Ankommen

15 bis 30 Minuten Coaching. Worum geht es heute, was ist gerade da.

02

Intention

Über eine Meditation findest du einen Satz, der die Richtung vorgibt. Falls sich nichts zeigt, gehen wir gemeinsam ran.

03

Atmen

Der eigentliche Prozess, begleitet von Musik. Ich bleibe die ganze Zeit im Raum.

04

Nachklang

Zurückkommen, liegen bleiben, nachspüren. Kein Zeitdruck.

05

Integration

Raum zum Sprechen, wenn du magst. Und genauso viel Raum für Stille.

Wissenschaft, die man spüren kann

Breathwork hat für viele einen esoterischen Beigeschmack. Dabei ist das, was in deinem Körper passiert, erstaunlich handfest. Deine Atmung ist die direkteste Verbindung zu deinem Nervensystem — die einzige Funktion des vegetativen Nervensystems, die du bewusst steuern kannst. Veränderst du deine Atmung, ändert sich messbar, wie dein Körper auf Stress reagiert.

Kein Glaube nötig, keine bestimmte Weltanschauung. Nur Physiologie, die du selbst spüren kannst.

Genau deshalb ist CCB für alle da: für die Skeptischen, die endlich eine Methode suchen, die sich erklären lässt — und für alle, die tiefer gehen wollen. Denn was während einer Session geschieht, lässt Raum für Klarheit, für Gefühle, die lange keinen Platz mehr hatten, und wenn du magst, auch für etwas Größeres.

Was du darin findest, entscheidest du ganz allein.

Drei Sätze, die ich häufig höre

„Ich verliere die Kontrolle.“

Du bist die ganze Zeit wach. Du bekommst alles mit. Und du kannst jederzeit aufhören.

„Ich habe eigentlich gar kein Thema.“

Jeder trägt sein Päckchen. Der Atem findet, was gerade dran ist — manchmal etwas völlig anderes als erwartet.

„Ich bin zu emotional.“

Zu emotional gibt es hier nicht. Weinen, Zittern, Lachen, Wut, Stille — alles davon kommt vor. Du musst dich hinterher für nichts entschuldigen.

„Ist so schnelles Atmen nicht gefährlich?“

CCB unterscheidet sich von krankhafter Hyperventilation, die unwillkürlich und dauerhaft auftritt. Hier atmest du bewusst, für einen begrenzten Zeitraum und in Begleitung — und du kannst jederzeit in deinen normalen Atem zurück.

Gesundheitliche Voraussetzungen

Breathwork ist körperlich intensiv. Bei einigen Vorerkrankungen ist eine Teilnahme nicht möglich — etwa bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Epilepsie, Schwangerschaft oder Grünem Star. Bei anderen sprechen wir vorher kurz miteinander. Wer in therapeutischer Begleitung ist, ist willkommen.

Ich erbringe keine Heilbehandlung und stelle keine Diagnosen. Eine laufende ärztliche oder psychotherapeutische Begleitung sollte nicht abgebrochen und verschriebene Medikamente sollten weiter eingenommen werden.

Alle gesundheitlichen Hinweise